Sonntag, 14. Oktober 2012

Wie Konzerne für ihren Profit sogar Weltkulturpflanzen verunglimpfen – der „Kriminalfall“ Hanf


Aufgrund der aktuellen Krisen gelangen unlautere Geschäftspraktiken der großen Konzerne immer häufiger an Tageslicht. 
Sei es Kinderarbeit, lebensgefährdende Arbeitsplätze, Bestechung von Ärzten durch Pharmariesen oder Kartellabsprachen. 

Übliche Praktiken sind zudem Firmenübernahmen zum Zwecke der Monopolbildung. 
Damit Konkurrenz eben nicht mehr den Markt beleben kann.

In den letzten Wochen bin ich auf eines der größten, in meinen Augen Verbrechen unserer Zeit aufmerksam geworden, an dem sich gleich Konzerne mehrerer Branchen beteiligt haben. 
Es geht um die Weltkulturpflanze Hanf. 

Der Normalbürger lernt, dass der Anbau dieser Pflanze weltweit verboten ist, weil aus ihr die Droge Cannabis gewonnen werden kann. 
Im Gegensatz zum ebenfalls abhängig und krankmachenden Alkohol ist der Verkauf und Konsum dieser Droge in fast allen Ländern verboten. 

Das Verbot gilt seit 1961 die Drogenkommission der Vereinten Nationen die Single Convention on Narcotic Drugs verabschiedete. 
Allein Holland erlaubt den Besitz und Konsum kleiner Mengen.

Was wir aber in der Schule nicht lernen ist, dass der Anbau der Hanfpflanze bis zu ihrem Verbot sehr verbreitet war und so sehr viele Menschen indirekt ernährte. 
Über 50 Produkte wurden aus ihr gewonnen. 

So hatte das Agrarministerium der USA noch 1916 prognostiziert, dass bis 1940 alles Papier aus Hanf hergestellt werden würden. 
Denn 1 Acre Hanf würde 4 Acre Bäume entsprechen. 
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Zudem ist das Hanfpapier säurefrei und würde nicht wie im Falle von Baumfasern-basierten Papier von innen zersetzen. 
So seien die ersten Gutenberg-Bibeln, die auf Hanfpapier gedruckt wurden auch heute noch lesbar.

Aus dem Samen lassen sich weitere nützliche Produkte gewinnen. 
Neben Speiseöl und Margarine lassen sich auch technische Produkte wie Ölfarben, Firnisse, Druckfarben, Schmierstoffe und Reinigungsmittel erstellen. 

Durch Raffinade auch Biodiesel und Kunststoffe. 
Der Pressrückstand ist ein wertvolles Futtermittel.
Aus den Fasern lassen sich Garne und damit Alltags- und Arbeitskleidungen herstellen, aber auch Wollen und Feintextilien. 

Als technische Textilien lassen sich noch Seile, Netze, Segeltücher, Planen und Teppichuntergewebe aufführen. 
Im Bau können Spanplatten, Faserzementplatten, Wärmedämmungen und Schallisolationen zum Einsatzkommen.

Und ein riesen Staunen: 
Henry Ford brachte sein erstes Auto vom Fließband mit einer auf Hanf gefertigten Karosserie, das zudem mit Hanföl betrieben wurde. 
Übrigens war die Karosserie Beulen resistent. 

Man konnte mit dem Hammer drauf hauen, der einfach nur abprallte ohne eine Delle zu hinterlassen.
Und auch die Droge selbst hilft in vielen Fällen einfacher Schmerzen zu lindern.
Zudem wächst die Pflanze auch auf genügsamen Böden und kann mindestens in zwei Ernten über das Jahr eingebracht werden.

Wenn aber diese Pflanze so viele Einsatzbereiche hatte, wie konnte es dazu kommen, dass sie so Missgunst geriet? 
Und so kommen wir zu dem Kriminalfall

Und diese nimmt ihren unheilvollen Verlauf mit dem 12-jährigen Harry Jacob Anslinger, der 45 Jahre lang einen Kampf um ein Drogen-freies US-Amerika kämpfte. 
Das Schlüsselerlebnis dieses jungen Burschen, aufgewachsen in einem 600 Seelendorf, war das Schreien einer Heroinsüchtigen Farmersfrau, das ihm so durch Mark und Bein gegangen ist. 

In dieser Zeit Ende des 19. Jahrhunderts war der Konsum von Heroin und Cannabis weit verbreitet und legal. 
Im Laufe seines Erwachsenwerdens musste er noch mehrfach unangenehme Erfahrungen mit Drogensüchtigen gemacht haben. 

Sein Wirken gegen Süchtige begann während der Prohibitionszeit der 20er. 1930 1930 wurde Anslinger zum Commissioner of Narcotic Drugs, einer völlig neuen Organisation. 
Er schaffte es von anfangs 250 Agenten bis zum Schluss 10.000 auf der Gehaltsliste standen.

Ab 1935 begann er Marihuana als Teufelszeug darzustellen. 
Er schaffte es mit einer Reihe Verbündeter in nur zwei Jahren die Droge zu illegalisieren. 
Dabei halfen ihm Fördergelder einen Film zu drehen, in dem ein u.a. Darsteller nach dem Drogenkonsum mordete. 

Wie eingangs angedeutet kamen die Verbündeten aus einer Reihe von Konzernen aus den unterschiedlichsten Branchen.
So waren die Baumwollbauern daran interessiert, den Hanf wegen Garn für Kleidung zu verdrängen. 

Den gleichen Grund hatte Dupont, die 1937 das Nylon auf den Markt brachte. 
Hier war dann auch das Interesse der Ölindustrie tangiert. 
Die Stahlindustrie wollte stärker im Autobau Fuß fassen. 
Die Pharmaindustrie ihre Schmerzmittel vermarkten. 

Die Forstbesitzer das Baummaterial für das Papier vermehrt liefern. 
Die Nahrungsmittelindustrie, die ihre Speiseöle und Margarine aus anderen Rohstoffen gewann. 
Anslinger gelang es, die Vertreter dieser Industrien an einen Tisch zu bringen und so die Gelder für Kampagnen gegen das Marihuana, und damit indirekt gegen den Hanf zusammenzubekommen.

Am Ende stimmte der Kongress 1937 einem in einer Nacht- und Nebelaktion durchgepaukten Gesetz zur Illegalisierung von Marihuana zu. 
80 % der Kongressmitglieder wussten nicht, dass sie gleichzeitig die Nutzpflanze Hanf verbieten würden. 
Als sie das merkten, kam es zu einem Aufstand. 
Doch es war zu spät.

Und Anslinger wirkte weiter. 
Nach dem zweiten Weltkriege kam ihm die Idee, das Thema Marihuana mit dem Kommunismus zu verknüpfen. 

So schaffte er es, dass er in meinem Geburtsjahr 1958 für den Nobelpreis nominiert wurde und 1961 die Droge weltweit verboten wurde.
Und es kommt, wie es häufig kommt. 
Der kaltherzige Anslinger starb 1975 am Herzversagen im Alter von 83 morphiumsüchtig.

Was mich erstaunt ist, wie einfach es gewesen zu sein scheint, eine Nutzpflanze mit einem solchen Mehrwert für die Menschheit zu illegalisieren. 
Und wie schwer es ist, diesen Irrtum zu erkennen und die Pflanze zu rehabilitieren.

Volker Pispers fragte zudem mit Recht, warum Haschisch verboten sei, Alkohol dagegen nicht. 
Aber auch hier gibt es wieder eine ganze Branche, die …

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Kommentare:

  1. Danke, Martin Bartonitz! Kurz und bündig dargestellt. Hanf ist außerdem einer der am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe und das daraus erzeugte Papier kann beliebig oft wiederverwertet werden (nicht wie beim Holzpapier, das sich dann auflöst). Wir müssten keine Bäume mehr fällen, um Bücher über das Waldsterben zu schreiben...
    und und und
    Es gibt auf Youtube auch eine sehr gute Doku: http://www.youtube.com/watch?v=Cxq408OuUhM
    HG
    MS

    AntwortenLöschen
  2. Hier gibt es noch eine Petition zum Thema:
    http://www.causes.com/causes/556087-unterstutz-die-petition-entkriminalisierung-von-cannabis-konsumenten

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